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+++++ Zweiter Prozess-Workshop im Rahmen des Projekts #Gedenkstättenkompetenz +++++

Workshop „Professionalisierungsprozesse vernetzt denken“ – Lernen an und mit außerschulischen Lernorten in die Lehrkräftebildung integrieren

Diskussion vor Ort: Didaktiker im Gespräch mit Fachseminarleiter*innen, Foto: © Institut für Geschichte der Didaktik

1. September 2022 Am Freitag, 26. August 2022, lud das Institut für Didaktik der Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unter Leitung von Prof. Saskia Handro zum zweiten Expert*innen-Workshop “Professionalisierungsprozesse vernetzt denken” im Rahmen des Projekts “#Gedenkstättenkompetenz – Lernen an und mit außerschulischen Lernorten” ein. Der ganztägige Workshop richtete sich vorrangig an Fachseminarleiterinnen und Fachseminarleiter des Regierungsbezirks Münster und konnte an ein etabliertes Austauschformat des Instituts anknüpfen.

Die rund 25 Akteure der ersten und zweiten Phase der Lehrkräftebildung nutzten den Workshop, um mit den überwiegend digital zugeschalteten Bildungsteams der projektbeteiligten Lernorte in Austausch zu treten. Seitens der Bildungsteams waren neben dem Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster, das Stasi-Unterlagen-Archiv, die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, die Gedenkstätte Berliner Mauer, die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße sowie der Lernort Keibelstraße in Berlin vertreten.

Aus den jeweiligen professionsspezifischen Perspektiven reflektierten die Teilnehmenden gemeinsam ihre bisherigen Erfahrungen und aktuellen Bedarfe in der gemeinsamen Gestaltung von Archiv- und Gedenkstättenbesuchen mit dem Ziel, das Lernen an und mit außerschulischen Lernorten zu optimieren und die Vermittlung entsprechender Kompetenzen phasenübergreifend in die Lehrkräftebildung zu integrieren.

Erfahrungsaustausch zu Gedenkstättenbesuchen

Workshop-Teilnehmende bei der Arbeit, Foto: © Institut für Geschichte der Didaktik

Der erste Teil des Workshops führte in das Projekt #Gedenkstättenkompetenz ein und bot die Gelegenheit, in den Austausch über Erfahrungen mit Gedenkstättenbesuchen in der ersten und zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung einzusteigen. Bereits in ihrem Impulsvortrag hob die Fachseminarleiterin Katrin Kupferschmidt das große Potential von weniger bekannten Lernorten hervor und mahnte eine (noch) stärkere Verzahnung zwischen Gedenk- und Bildungsstätten an. In der Diskussion wurde zudem darauf hingewiesen, dass eine aufeinander abgestimmte Auswahl und reduzierte Anzahl von besuchten Gedenkstätten während einer Exkursion den Lernerfolg bei den Zielgruppen steigern könnte. Prof. Saskia Handro verwies in diesem Zusammenhang auf die besondere Herausforderung für angehende Lehrkräfte, die Rolle des zukünftigen Vermittlers einzunehmen. Hierfür müssten sie ihren analytischen Blick auf Ausstellungen und angebotene Bildungsformate schulen und könnten enorm vom Austausch mit den Bildungsteams profitieren. Die Vorstellung der digitalen Fortbildung „Geschichte verorten – Drei historische Orte zur DDR-Geschichte in Exkursion und Unterricht“ zeigte auf, wie ein solcher Austausch angeregt und bereits in Fachseminaren eingesetzt werden kann: Die Bildungsteams der beteiligten Lernorte in Berlin – die Gedenkstätte Berliner Mauer, der Lernort Keibelstraße und das Stasi-Unterlagen-Archiv – führten in ihre jeweiligen Ausstellungen und Bildungsformate ein und stellten sich den Rückfragen der Teilnehmenden. Das Format wurde mit großem Interesse aufgenommen und die Erprobung in einem Fachseminar angeregt.

Phasenübergreifende Vermittlung von #Gedenkstättenkompetenz

Impulsvortrag von Felix Ostermann, Münster, Foto: © Institut für Geschichte der Didaktik

Der zweite Teil des Workshops widmete sich schließlich ganz gezielt den Möglichkeiten der phasenübergreifenden Vermittlung von #Gedenkstättenkompetenz. Ausgangspunkt waren die Präkonzepte von Geschichtsstudierenden der WWU (Sommersemester 2022), die Felix Ostermann, Mitarbeiter am Institut für Didaktik der Geschichte, ausgewertet hatte. In seinem Impulsvortrag wies er darauf hin, dass nur ganz wenige Studierende eine „Förderung der Urteilsbildung“ als Lernpotential einer Gedenkstätte erwarteten oder davon ausgingen, vor Ort geeignete Lernangebote vorzufinden. So ließe sich annehmen, dass ein Großteil der Geschichtsstudierenden über die inhaltlich wie methodisch vielfältigen Bildungsangebote von Gedenkstätten wenig Kenntnisse haben.

Von dieser Bedarfsanalyse ausgehend führte Saskia Handro in den Ansatz von #Gedenkstättenkompetenz ein. Mit Verweis auf die jeweils spezifischen Herausforderungen des Gedenkstätten- und des Kompetenzbegriffs betonte sie die heuristischen Qualitäten der #Gedenkstättenkompetenz. Es gelte, das Konzept an etablierte Kompetenzmodelle anzubinden, um sich sodann im Rahmen des Projekts auf zentrale Kompetenzdimensionen zur Professionalisierung von Geschichtslehrkräften konzentrieren zu können. Als Bausteine für die Modellierung dieser Dimensionen erkannte sie die bereits eingeführten Präkonzepte der Studierenden sowie phasenspezifische Professionalisierungsmodelle und die Lernpotentiale der Gedenkstätten. Vor diesem Hintergrund widmeten sich die Teilnehmenden im weiteren Verlauf des Workshops der gemeinsamen Arbeit in Gruppen: Zuerst formulierten die Fachseminarleiterinnen und –leiter ihre Anregungen zu #Gedenkstättenkompetenz in der zweiten Phase der Lehrerbildung und schließlich erarbeiteten sie gemeinsam mit den Bildungsteams Felder einer zielführenden Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen mit Schulgruppen, um sodann die Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung dieser Formate im Rahmen des Projekts zu diskutieren.

Der Workshop im Gesamtprojekt #Gedenkstättenkompetenz

Digitale Beteiligung am Workshop – Frau Dr. Passens (SBM) hat das Wort, Foto: Bund für Bildung e.V.

Die Veranstaltung in Münster setzte ganz wesentliche Impulse für die weitere Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der akademischen und schulpraktischen Lehrkräfteausbildung mit den Bildungsteams der außerschulischen Lernorte im Rahmen des Projekts #Gedenkstättenkompetenz, die in den kommenden Monaten fortgesetzt und intensiviert wird – nicht zuletzt durch die Konkretisierung und Erprobung von Vor- und Nachbereitungsformaten.

Der Workshop konnte von der Einbindung in den bereits bestehenden Diskussionszusammenhang zwischen Akteuren der akademischen und schulpraktischen Lehrkräfteausbildung im Rahmen des Studientags an der Universität Münster unter Leitung und Moderation von Dr. Christian Winklhöfer vom Institut für Didaktik der Geschichte profitieren. Die Projektpartner danken für diese Möglichkeit ganz herzlich!

Inhaltlich schloss der Workshop an den Auftaktworkshop des Projekts #Gedenkstättenkompetenz im November 2021 an, auf dem bereits zentrale Fragen der Vernetzung von erster und zweiter Phase der Lehrkräfteausbildung mit Fachseminarleiterinnen und –leitern des Regierungsbezirks Münster diskutiert wurden. Ein Treffen zur Fortführung der aktuellen Diskussionen ist für März 2023 geplant.

Workshop-Teilnehmende vor dem Institut für Didaktik der Geschichte, Foto: © Institut für Geschichte der Didaktik

> Lesen Sie hier den ganzen Bericht als PDF.

> Das Programm des Workshops als PDF

> Bericht des Instituts für Didaktik der Geschichte an der WWU, Münster


+++++ Exkursion im Rahmen des Projekts #Gedenkstättenkompetenz +++++

Studierende auf Exkursion an Berliner Gedenkstätten und außerschulischen Lernorten zur deutsch-deutschen Teilungsgeschichte

22. Juli 2022 Im Rahmen der Exkursion “Lernpotentiale von Gedenkstätten zur Geschichte der SED-Diktatur entdecken, analysieren und nutzen” – und genau mit diesem Ziel – kamen Studierende der Universitäten in Jena und Münster vom 18. bis 21. Juli in Berlin zusammen. Die Exkursion ermöglichte es ihnen, die Ausstellungen der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, der Gedenkstätte Berliner Mauer und des Stasi-Unterlagen-Archivs genauer zu erkunden sowie die unterschiedlichen Vermittlungsperspektiven der beteiligten außerschulischen Lernorte miteinander zu vergleichen.

Im Vorfeld der Exkursion hatten die Studierenden parallele Seminare der Geschichte bei Prof. Jörg Ganzenmüller und Judith Mayer (Univ. Jena/Stiftung Ettersberg) bzw. der Geschichtsdidaktik bei Prof. Saskia Handro und Felix Ostermann (Univ. Münster) besucht und erste Erfahrungen der Auseinandersetzung an und mit außerschulischen Lernorten an der Gedenk- und Bildungstätte Andreasstraße in Erfurt bzw. am Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster gesammelt. Die Exkursion nach Berlin bot nun die Möglichkeit, das Spektrum der außerschulischen Lernorte zur deutsch-deutschen Teilungsgeschichte zu erweitern.

Unterstützung erhielten die Studierenden nun von den Bildungsteams der beteiligten Lernorte, die ihnen die Ausstellungen vorstellten und sie an ausgewählte Quellenbestände heranführten. (weiterlesen)

> Lesen Sie hier den ganzen Bericht als PDF.

> Das Programm der Exkursion zum Download (PDF, 1,9 MB)

> Bericht des Instituts für Didaktik der Geschichte an der WWU, Münster


+++++ online-Lehrkräftefortbildung +++++

Online-Fortbildung zur Video-Reihe „MitBeStimmen in Demokratie und Diktatur“

17. Mai 2022 Heute findet die online-Fortbildung der Bundesstiftung Aufarbeitung zur SED-Diktatur zur Video-Reihe „MitBeStimmen in Demokratie & Diktatur“ statt. Der Bund für Bildung e.V. war an der Erstellung der Materialien zu dieser Reihe wesentlich beteiligt und gestaltet diese Fortbildung mit.

Die 10-teilige YouTube-Reihe mit Mirko Drotschmann zu Möglichkeiten und Grenzen der bürgerschaftlichen Beteiligung in der DDR und der Gegenwart bietet einen niedrigschwelligen Diskussionseinstieg in das Thema. Die Fortbildung zeigt Ideen auf, wie die YouTube-Filme und die dazugehörigen didaktischen Materialien im Unterricht eingesetzt werden können und gibt methodische Tipps zur Arbeit mit Online-Medien.

Gerne informieren wir Sie über weitere Aktivitäten des Bund für Bildung e.V. Treten Sie mit uns in Kontakt!

> Die Lerneinheit downloaden (PDF, 3,8 MB)


+++++ Geschichtsbewusst! ist online +++++

Geschichtsbewusst! deutsche Teilungsgeschichte vermitteln

Erste Ergebnisse des Projekts Geschichtsbewusst! online verfügbar | Kooperative Formate der Lehrkräftebildung erprobt | Impulse für Lehre und Unterricht zur Vermittlung der deutschen Teilungsgeschichte kostenfrei auf der Website geschichtsbewusst.de

April 2022 Die deutsche Teilungsgeschichte bietet viele Ansatzpunkte, das Geschichts- und Wertebewusstsein von Jugendlichen zu entwickeln. Das Projekt Geschichtsbewusst! erkundete dieses Potential für die Lehrkräfteausbildung und bietet konkrete Anregungen für die Unterrichtsgestaltung.

Gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren der Geschichtsdidaktik, der Unterrichtspraxis sowie der Archiv- und Gedenkstättenpädagogik widmete sich das Projekt “Geschichtsbewusst!” den Herausforderungen für die Vermittlung der deutschen Teilungsgeschichte im Unterricht. In vier Pilotaktionen wurden beispielhaft kooperative Seminar- und Exkursionsformate für die Lehrkräfteausbildung entwickelt und mit Lehramtsstudierenden an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Universität Potsdam erprobt. Als außerschulische Lernorte waren die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße (Erfurt), das Stasi-Unterlagen-Archiv (Berlin), die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde (Berlin), die Gedenkstätte Lindenstraße (Potsdam) und die Villa ten Hompel (Münster) aktiv beteiligt.

Im Zentrum der Pilotaktionen standen jeweils zentrale Herausforderungen der Vermittlung der deutschen Teilungs- und Einheitsgeschichte. Ausgehend von einer Bedarfsanalyse konzentrierten sich die heterogenen Teams auf konkrete Fragestellungen: Wie kann ein gemeinsames Lernen an und mit außerschulischen Lernorten gelingen? (Wie) kann SED-Unrecht am authentischen Ort an Schulkinder der 5.-6. Klasse vermittelt werden ohne zu überwältigen? Wie lässt sich deutsche Teilungsgeschichte jenseits der Erklärungsmuster des Kalten Krieges vermitteln? Welche Formate sind besonders geeignet, um heterogene Schulklassen anzusprechen und Jugendliche für Geschichte zu begeistern? Ein Schnittpunkt war immer das Anliegen, die Bedeutung der deutschen Teilungsgeschichte für Jugendliche in ihrer Lebenswelt heute greifbar zu machen.

Aufgrund der Pandemie wurde intensiv mit digitalen Medien gearbeitet. Es entstanden kooperative Formate für online-Exkursionen und online-Workshops. Die Wiederholung von Seminarangeboten ermöglichte es, die Rückmeldungen der Studierenden aufzunehmen und die Formate zu optimieren. Nach insgesamt zwei Jahren Projektlaufzeit können die Ergebnisse nun präsentiert werden.

Auf der Projekt-Website geschichtsbewusst.de finden sich die Berichte der Pilot-Teams, sowie Informationen zum Konzept, zur Umsetzung und zur Einschätzung der Mehrwerte durch die Beteiligten. Zugleich bindet die Website den enormen Fundus an Bildungserfahrungen ein und bietet Anregungen für den Unterricht sowie für die Kooperation mit außerschulischen Lernorten: In Interviews erläutern die Beteiligten im Projekt, wo aus ihrer Perspektive zentrale Ansatzpunkte für eine gelungene Vermittlung der deutschen Teilungsgeschicht


Gefördert von: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

> Zur Website geschichtsbewusst.de

> Pressemeldung


Projektstart im Rahmen von „Jugend erinnert“

10. September 2021 Das Projekt „Gedenkstättenkompetenz – Lernen an und mit außerschulischen Lernorten“ wird im Rahmen des Bundesprogramms „Jugenderinnert.de“ gefördert und ist heute, auf der Auftaktveranstaltung von „Jugend erinnert“ mit am Start. Wir freuen uns gemeinsam mit unseren Partnern, bei diesem tollen Programm dabei zu sein!

Das Projekt „Gedenkstättenkompetenz“ unterstützt angehende Lehrkräfte darin, die Besuche von Gedenkstätten, Erinnerungsorten und Archiven zur SED-Diktatur, doppelten Diktaturgeschichte und deutschen Teilung gewinnbringend für ihren Unterricht zu nutzen und ihre Schüler*innen in der Entwicklung eines fundierten und reflektierten Geschichts- und Demokratiebewusstseins zu fördern.

Im Fokus steht die Kompetenzentwicklung bei Lehrpersonen in verschiedenen Phasen ihrer Aus- und Weiterbildung: Es geht (1.) um die theoretische Fundierung von „Gedenkstättenkompetenz“ und darauf aufbauend um (2.) die Entwicklung, Erprobung und Implementierung von Aus- und Fortbildungsmodulen in der Lehrkräfteausbildung. Der intensive Wissensaustausch mit themenrelevanten Expert*innen und mit (angehenden) Lehrkräften bildet (3.) die Leitlinie für den gemeinsamen Lernprozess im Projekt und die Grundlage für der Zielgruppenansprache mit Blick auf die vorrangig digitale Erschließung der praxisorientierten Ergebnisse.

Das Projekt bringt akademische Ausbildungszentren und außerschulische Lernorte mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen und Vermittlungszielen zusammen. An den Studien- und Exkursionsorten Münster, Jena/Erfurt und Berlin (ehem. Ost und West) regen sie die Zielgruppe zur (Selbst-)Reflektion von Ost-West-Perspektiven an.

Der Bund für Bildung e.V. ist Träger des Projekts, das im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend erinnert“, Förderlinie „SED Unrecht“ von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert wird.

Das Konsortium setzt sich zusammen aus:

  • Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde (SBM), Berlin
  • Geschichtsort Villa ten Hompel, NRW
  • Stasi-Unterlagen-Archiv (Bundesarchiv), Berlin
  • Stiftung Ettersberg/Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Thüringen
  • Universität Münster, NRW
  • Bund für Bildung e.V., Berlin
Logo des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer
Gefördert von: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

> www.jugenderinnert.de


MitBeStimmen in Demokratie und Diktatur

Mit der Videoreihe „MitBeStimmen in Demokratie & Diktatur“ bietet die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur – in Kooperation mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer – ein jugendgerechtes Angebot, um anhand der DDR-Geschichte Jugendlichen aufzuzeigen, welches Gewicht ihre Stimme in unserer heutigen Demokratie spielt.

Für die Einbindung in den Unterricht und in außerschulischen Lerngruppen erstellt der Bund für Bildung Lerneinheiten, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit den vielfältigen Möglichkeiten demokratischer Mitgestaltung ermöglichen. Die Unterrichtsimpulse dienen dazu, Wissen über DDR, Friedliche Revolution und Gegenwart zu verfestigen und anzuwenden, Meinungsbildung und -äußerung zu üben und die Jugendlichen zur (politischen) Partizipation anzuregen.

Rechtzeitig vor der Bundestagswahl ist nun die erste Lerneinheit zum Thema #Wahlen erschienen. Weitere werden in den nächsten Wochen ergänzt.

Gefördert durch:

Förder-Logo des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
Aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Logo des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer

> Die Lerneinheit downloaden (PDF, 3,8 MB)

> Hier geht es zum Projekt


Weiterbildung für Erzieher:innen in Berlin: Theaterpädagogische Ansätze im Hort

Berlin, 9. August 2021 Zum Schulanfang an Berliner Grundschulen bietet der Bund für Bildung e.V. die Weiterbildung SpielZeit – Theaterpädagogische Ansätze im Hort für Erzieher:innen in Berlin an. Ziel ist es, die Pädagog:innen darin zu unterstützen, Kindern der Schuleingangsphase die Ankunft in ihrem neuen sozialen Umfeld Schule angesichts der COVID-19 Pandemie zu erleichtern:
Für viele Grundschulkinder ist der Schulalltag noch keine Selbstverständlichkeit geworden. Eine kontinuierliche Hortbetreuung, die den Raum bietet, auf die Kinder einzugehen und soziale Dynamiken in der Gruppe aktiv mitzugestalten, war kaum möglich. Auch jene Kinder, die aktuell eingeschult werden, haben über viele Monate hinweg keine pädagogische Betreuung und Schulvorbereitung erhalten. Neben den üblichen Unsicherheiten belasten zunehmend Erfahrungen familiärer Spannungen als Folgen der Pandemie den Schulstart.
Die Weiterbildung ist darauf ausgerichtet, durch theaterpädagogisch angeleitetes Spiel die Ich- und Sozialkompetenz der Kinder zu stärken und den positiven, gewaltfreien Umgang miteinander zu fördern.
Im Zentrum stehen neben Konzentrations- und Bewegungsübungen auch Anregungen für nonverbale kreative Ausdrucksformen, um Kinder mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen und kulturellen Hintergründen zu integrieren.

Die Weiterbildung wird gemeinsam mit der Theaterpädagogin Angela Hundsdorfer durchgeführt und von der Werner-Coenen-Stiftung gefördert. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Gefördert von: Werner-Coenen-Stiftung

> Zur Einladung und Anmeldung


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! Pilotaktion +++++

Jugendwiderstand zeichnen – Geschichte vermitteln

„So krass konzentriert an einem Stück war ich schon lange nicht mehr – und das noch per Video-Konferenz!“ war das Feedback zum digitalen Workshop „Jugendwiderstand zeichnen“ an der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt. Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg näherten sich der Geschichte des Ortes durch Graphic Recording, angeleitet von Sandra Bach und dem pädagogischen Team der Gedenkstätte. Erschließen konnten sie sich Haft, Diktatur und Revolution durch eine online-Führung, eine digitale Lesung mit Diskussion zu „Nieder mit Hitler. Oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte“ und ein Zeitzeugengespräch mit Holm Kirsten. Dieser war als Jugendlicher wegen einer Graffiti-Aktion in der Weimarer Innenstadt mit Sprüchen wie „Macht aus dem Staat Gurkensalat!“ in der Andreasstraße inhaftiert. Gemeinsam mit Dr. Jochen Voit, Leiter der Gedenkstätte, Judith Mayer, Museumspädagogin, Holm Kirsten, Sandra Bach, der Seminarleiterin Yvonne Kalinna und Dr. Ulrike Wunderle vom Bund für Bildung e.V. diskutierten die Studierenden intensiv über Fragen zur Geschichtsdarstellung und -vermittlung: Wie kann man Jugendwiderstand grafisch darstellen und inwiefern unterstützt ein kreativer Zugang dabei, das Wesen einer Diktatur durch ihrem Umgang mit Widerstand besser zu verstehen? Die Studierenden haben diesen Zugang erprobt und ihre ersten Schritte auf dem Blog zum Seminar gepostet. Sie wollen die Erfahrung weiter reflektieren.

> Blog zum Seminar: Jugendwiderstand zeichnen

> Jochen Voit und Hamed Eshrat: Nieder mit Hitler


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! Pilotaktion +++++

Seminar „Jugendwiderstand zeichnen“ an der Universität Halle

Berlin, 22. März 2021 Im Sommersemester findet an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg das Seminar „Jugendwiderstand zeichnen“ in Kooperation mit der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt und dem Bund für Bildung e.V. statt. Unter der Leitung von Yvonne Kalinna gehen Studierende der Frage nach, wie sich die Erfahrungen von Repression seitens der SED-Diktatur graphisch vermitteln lassen. Die Studierenden setzen sich theoretisch und praktisch mit Graphic/Visual Storytelling auseinander. In einem online-Workshop mit der Grafikerin Sandra Bach erkunden sie den Vermittlungsansatz der Gedenk- und Bildungsstätte – und werden selbst erzählend und zeichnend aktiv. Das Seminarformat bietet folglich die Möglichkeit, Public History und Visual History als Bereiche der Geschichtswissenschaft kennenzulernen und zugleich ihre Potentiale für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu reflektieren.

„Jugendwiderstand zeichnen“ findet im Rahmen des Projekts „Geschichtsbewusst!“ statt, das sich neuen Lernkonzepten für Geschichts- und Demokratievermittlung widmet. Im Wintersemester konnten Studierende der Universität bereits das Seminar „FragDochMalNach“ bei Dr. Jeannette van Laak besuchen.

> Seminarankündigung (Univ. Halle-Wittenberg)

> Zur Projekt-Website Geschichtsbewusst!


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! Pilotaktion +++++

Online-Exkursion „Lernen an und mit außerschulischen Lernorten“

Berlin, 8. März 2021 Lehramtsstudierende der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erkundeten vom 2.-4. März in einer dreitägigen online-Exkursion die Ausstellungen und Bildungsangebote von drei außerschulischen Lernorten zur SED- und doppelten Diktaturgeschichte. Virtuell besuchten sie die Villa ten Hompel in Münster sowie das Stasi-Unterlagen-Archiv und die Erinnerungstätte Notaufnahmelager Marienfelde in Berlin.

Ziel der Exkursion unter Leitung von Professorin Saskia Handro war es, zukünftigen Geschichtslehrkräften den Wert der außerschulischen Lernorte für die Vermittlung der deutsch-deutschen Geschichte nahezubringen und ihre Kompetenzen dahingehend zu entwickeln, solche Lernerfahrungen gewinnbringend in den Unterricht einzubinden.

Dabei hat diese Exkursion Modellcharakter: Konzipiert im Rahmen des Projekts “Geschichtsbewusst! Neue Lernkonzepte für Geschichts- und Demokratievermittlung” streben die beteiligten Partnerinstitutionen ein neues, gemeinsames Lehr- und Bildungsformat für angehende Lehrkräfte an. Dieses soll zum einen die Spezifika der jeweiligen Erinnerungsorte erkennbar machen und zum anderen den lernenden Austausch mit der Zielgruppe fördern, um die pädagogischen Angebote noch besser auf deren Bedarfe auszurichten. 

Diesem Ziel folgend begann die Exkursion mit einer theoriegeleiteten Annäherung an die Funktionen von historischen Lernorten, kollektiven Erinnerungsorten und Gedenkstätten und führte in archiv- und gedenkstättenpädagogische Ansätze ein. MEHR ZEIGEN
Diesem Ziel folgend begann die Exkursion mit einer theoriegeleiteten Annäherung an die Funktionen von historischen Lernorten, kollektiven Erinnerungsorten und Gedenkstätten und führte in archiv- und gedenkstättenpädagogische Ansätze ein. In digitalen Führungen vor Ort lernten die Studierenden die Ausstellungen, die zentralen Quellengrundlagen und die jeweiligen Vermittlungsziele kennen. Gemeinsam mit Peter Römer (Villa ten Hompel), Dr. Bettina Effner (Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde) und Dr. Axel Janowitz (Stasi-Unterlagen-Archiv) erschlossen sie sich vorrangig über biographische Zugänge die Themen dieser Orte: den Schutz der Menschenrechte, die Erfahrung von Repression und Flucht. Und sie reflektierten die Entstehung und Entwicklung des jeweiligen Erinnerungsorts, den aktuellen Kontext, die (Multi-)Perspektivität und Aufbereitung seiner Geschichte, die Potentiale des biographischen Zugangs sowie ihre eigene Rolle als Lehrkraft.

Das Projekt „Geschichtsbewusst! Innovative Lernkonzepte für Geschichts- und Demokratievermittlung“ wird gefördert von Das digitale Format stellte eine Herausforderung und Chance zugleich dar. Zwei der drei beteiligten außerschulischen Lernorte konnte hier erstmals online-Führungen erproben und Feedback einholen: Zwar würden die Grenzen der virtuellen Geschichtsvermittlung am “authentischen Ort“ sichtbar, auch hinsichtlich des informellen Austauschs und der besonderen gruppendynamischen Prozesse vor Ort. Jedoch könnten online-Veranstaltungen zukünftig eine große Bereicherung in Ergänzung zu Gedenkstättenbesuchen darstellen – beispielsweise um die Nachbereitung in der Schule zu ergänzen.

Die Erfahrungen der Exkursion werden im kommenden Expert:innen-Workshop des Projekts “Geschichtsbewusst!” diskutiert und das Format im Rahmen des Pilotteams weiterentwickelt. Eine weitere Exkursion ist für das Wintersemester 2021 geplant – vor Ort, digital, oder in einer geeigneten Kombination.

Das Projekt „Geschichtsbewusst!“ bringt Expert*innen der universitären und unterrichtspraktischen Lehrkräfteausbildung, der Schulpraxis, der Archiv- und Gedenkstättenpädagogik sowie der politischen Bildung in einem Multi-Stakeholder-Prozess zusammen. Gemeinsam identifizieren sie Herausforderungen, erarbeiten Lösungsansätze und erproben diese in Pilotaktionen. Ziel ist es, angehende Lehrkräfte in der Vermittlung der deutschen Teilungsund Einheitsgeschichte zu stärken. Das Projekt wird vom Bund für Bildung e.V. geleitet und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

> Vollständiger Bericht zum Download

> Flyer und Programm der Exkursion

> Exkursionsbericht (seitens der Villa ten Hompel, Münster)

> Zur Projekt-Website Geschichtsbewusst!


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! In der Praxis +++++

Schule am Roten Berg in Erfurt erforscht Geschichte!

© Graphic-recording-Protokoll von Sandra Bach „Sandruschka“

In der mehrwöchigen Aktion „Frag doch mal nach!“ erforschen Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule am Roten Berg in Erfurt im regulären Unterricht, mittels Zeitzeugengesprächen, Filmen, Ausstellung und Theaterprojekt das Leben in Ost und West. Den Auftakt bildete das Gespräch mit Ministerpräsident Bodo Ramelow am 11. September 2020, dokumentiert im graphic-recording-Protokoll von Sandra Bach. Die Schule ist durch ihren Rektor Falko Stolp im Projekt Geschichtsbewusst! vertreten und aktives Mitglied in der Pilotaktion #fragdochmalnach: Unter diesem Motto führt Dr. Jeannette van Laak, Universität Halle-Wittenberg, im Wintersemester 2020/21 ein Geschichtsseminar für Lehramtsstudierende durch. Ihr gemeinsam erarbeitetes Vermittlungswissen können die Studierenden sodann mit den Schülerinnen und Schülern am Roten Berg erproben. Diese sind gut vorbereitet!

> Schule am Roten Berg


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! Auftaktworkshop +++++

Teilnehmende entwickeln neue Ideen zur Vermittlung der deutsch-deutschen Geschichte in der Sekundarstufe I

Berlin, 11. Juni 2020 Diese Woche fand die letzte Sitzung des Auftaktworkshops für das Vorhaben „Geschichtsbewusst! Neue Lernkonzepte für Geschichts- und Demokratievermittlung“ in Form eines online-Workshops statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten Ideen zu geeigneten Formaten und Formen der Lehrkräftebildung im Bereich der deutsch-deutschen Geschichte. Dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtsdidaktik, der Lehrerausbildung, der Schul- und Unterrichtspraxis sowie der politischen Bildung und der Gedenkstätten- und Archivpädagogik. Die entwickelten Formate antworten auf gemeinsam identifizierte Herausforderungen der Vermittlung der deutsch-deutschen Geschichte im Unterricht der Sekundarstufe I. Sie werden in den kommenden Monaten mit Studierenden erprobt und die Erfahrungen in einem weiteren Workshop im November ausgewertet. Die Ergebnisse sollen Lehrenden sowie angehenden Lehrkräften zur Verfügung gestellt werden.

Der Workshop-Bericht erscheint hier in den kommenden Tagen.

Gefördert von: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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