Aktuell

Projektstart im Rahmen von „Jugend erinnert“

10. September 2021 Das Projekt „Gedenkstättenkompetenz – Lernen an und mit außerschulischen Lernorten“ wird im Rahmen des Bundesprogramms „Jugenderinnert.de“ gefördert und ist heute, auf der Auftaktveranstaltung von „Jugend erinnert“ mit am Start. Wir freuen uns gemeinsam mit unseren Partnern, bei diesem tollen Programm dabei zu sein!

Das Projekt „Gedenkstättenkompetenz“ unterstützt angehende Lehrkräfte darin, die Besuche von Gedenkstätten, Erinnerungsorten und Archiven zur SED-Diktatur, doppelten Diktaturgeschichte und deutschen Teilung gewinnbringend für ihren Unterricht zu nutzen und ihre Schüler*innen in der Entwicklung eines fundierten und reflektierten Geschichts- und Demokratiebewusstseins zu fördern.

Im Fokus steht die Kompetenzentwicklung bei Lehrpersonen in verschiedenen Phasen ihrer Aus- und Weiterbildung: Es geht (1.) um die theoretische Fundierung von „Gedenkstättenkompetenz“ und darauf aufbauend um (2.) die Entwicklung, Erprobung und Implementierung von Aus- und Fortbildungsmodulen in der Lehrkräfteausbildung. Der intensive Wissensaustausch mit themenrelevanten Expert*innen und mit (angehenden) Lehrkräften bildet (3.) die Leitlinie für den gemeinsamen Lernprozess im Projekt und die Grundlage für der Zielgruppenansprache mit Blick auf die vorrangig digitale Erschließung der praxisorientierten Ergebnisse.

Das Projekt bringt akademische Ausbildungszentren und außerschulische Lernorte mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen und Vermittlungszielen zusammen. An den Studien- und Exkursionsorten Münster, Jena/Erfurt und Berlin (ehem. Ost und West) regen sie die Zielgruppe zur (Selbst-)Reflektion von Ost-West-Perspektiven an.

Der Bund für Bildung e.V. ist Träger des Projekts, das im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend erinnert“, Förderlinie „SED Unrecht“ von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert wird.

Das Konsortium setzt sich zusammen aus:

  • Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde (SBM), Berlin
  • Stasi-Unterlagen-Archiv (Bundesarchiv), Berlin
  • Stiftung Ettersberg/Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Thüringen
  • Universität Münster, NRW
  • Villa ten Hompel, NRW
  • Bund für Bildung e.V., Berlin

> www.jugenderinnert.de


MitBeStimmen in Demokratie und Diktatur

Mit der Videoreihe „MitBeStimmen in Demokratie & Diktatur“ bietet die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur – in Kooperation mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer – ein jugendgerechtes Angebot, um anhand der DDR-Geschichte Jugendlichen aufzuzeigen, welches Gewicht ihre Stimme in unserer heutigen Demokratie spielt.

Für die Einbindung in den Unterricht und in außerschulischen Lerngruppen erstellt der Bund für Bildung Lerneinheiten, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit den vielfältigen Möglichkeiten demokratischer Mitgestaltung ermöglichen. Die Unterrichtsimpulse dienen dazu, Wissen über DDR, Friedliche Revolution und Gegenwart zu verfestigen und anzuwenden, Meinungsbildung und -äußerung zu üben und die Jugendlichen zur (politischen) Partizipation anzuregen.

Rechtzeitig vor der Bundestagswahl ist nun die erste Lerneinheit zum Thema #Wahlen erschienen. Weitere werden in den nächsten Wochen ergänzt.

> Die Lerneinheit downloaden (PDF, 3,8 MB)

> Hier geht es zum Projekt


Weiterbildung für Erzieher:innen in Berlin: Theaterpädagogische Ansätze im Hort

Berlin, 9. August 2021 Zum Schulanfang an Berliner Grundschulen bietet der Bund für Bildung e.V. die Weiterbildung SpielZeit – Theaterpädagogische Ansätze im Hort für Erzieher:innen in Berlin an. Ziel ist es, die Pädagog:innen darin zu unterstützen, Kindern der Schuleingangsphase die Ankunft in ihrem neuen sozialen Umfeld Schule angesichts der COVID-19 Pandemie zu erleichtern:
Für viele Grundschulkinder ist der Schulalltag noch keine Selbstverständlichkeit geworden. Eine kontinuierliche Hortbetreuung, die den Raum bietet, auf die Kinder einzugehen und soziale Dynamiken in der Gruppe aktiv mitzugestalten, war kaum möglich. Auch jene Kinder, die aktuell eingeschult werden, haben über viele Monate hinweg keine pädagogische Betreuung und Schulvorbereitung erhalten. Neben den üblichen Unsicherheiten belasten zunehmend Erfahrungen familiärer Spannungen als Folgen der Pandemie den Schulstart.
Die Weiterbildung ist darauf ausgerichtet, durch theaterpädagogisch angeleitetes Spiel die Ich- und Sozialkompetenz der Kinder zu stärken und den positiven, gewaltfreien Umgang miteinander zu fördern.
Im Zentrum stehen neben Konzentrations- und Bewegungsübungen auch Anregungen für nonverbale kreative Ausdrucksformen, um Kinder mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen und kulturellen Hintergründen zu integrieren.

Die Weiterbildung wird gemeinsam mit der Theaterpädagogin Angela Hundsdorfer durchgeführt und von der Werner-Coenen-Stiftung gefördert. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Gefördert von: Werner-Coenen-Stiftung

> Zur Einladung und Anmeldung


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Jugendwiderstand zeichnen – Geschichte vermitteln

„So krass konzentriert an einem Stück war ich schon lange nicht mehr – und das noch per Video-Konferenz!“ war das Feedback zum digitalen Workshop „Jugendwiderstand zeichnen“ an der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt. Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg näherten sich der Geschichte des Ortes durch Graphic Recording, angeleitet von Sandra Bach und dem pädagogischen Team der Gedenkstätte. Erschließen konnten sie sich Haft, Diktatur und Revolution durch eine online-Führung, eine digitale Lesung mit Diskussion zu „Nieder mit Hitler. Oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte“ und ein Zeitzeugengespräch mit Holm Kirsten. Dieser war als Jugendlicher wegen einer Graffiti-Aktion in der Weimarer Innenstadt mit Sprüchen wie „Macht aus dem Staat Gurkensalat!“ in der Andreasstraße inhaftiert. Gemeinsam mit Dr. Jochen Voit, Leiter der Gedenkstätte, Judith Mayer, Museumspädagogin, Holm Kirsten, Sandra Bach, der Seminarleiterin Yvonne Kalinna und Dr. Ulrike Wunderle vom Bund für Bildung e.V. diskutierten die Studierenden intensiv über Fragen zur Geschichtsdarstellung und -vermittlung: Wie kann man Jugendwiderstand grafisch darstellen und inwiefern unterstützt ein kreativer Zugang dabei, das Wesen einer Diktatur durch ihrem Umgang mit Widerstand besser zu verstehen? Die Studierenden haben diesen Zugang erprobt und ihre ersten Schritte auf dem Blog zum Seminar gepostet. Sie wollen die Erfahrung weiter reflektieren.

> Blog zum Seminar: Jugendwiderstand zeichnen

> Jochen Voit und Hamed Eshrat: Nieder mit Hitler


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Seminar „Jugendwiderstand zeichnen“ an der Universität Halle

Berlin, 22. März 2021 Im Sommersemester findet an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg das Seminar „Jugendwiderstand zeichnen“ in Kooperation mit der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt und dem Bund für Bildung e.V. statt. Unter der Leitung von Yvonne Kalinna gehen Studierende der Frage nach, wie sich die Erfahrungen von Repression seitens der SED-Diktatur graphisch vermitteln lassen. Die Studierenden setzen sich theoretisch und praktisch mit Graphic/Visual Storytelling auseinander. In einem online-Workshop mit der Grafikerin Sandra Bach erkunden sie den Vermittlungsansatz der Gedenk- und Bildungsstätte – und werden selbst erzählend und zeichnend aktiv. Das Seminarformat bietet folglich die Möglichkeit, Public History und Visual History als Bereiche der Geschichtswissenschaft kennenzulernen und zugleich ihre Potentiale für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu reflektieren.

„Jugendwiderstand zeichnen“ findet im Rahmen des Projekts „Geschichtsbewusst!“ statt, das sich neuen Lernkonzepten für Geschichts- und Demokratievermittlung widmet. Im Wintersemester konnten Studierende der Universität bereits das Seminar „FragDochMalNach“ bei Dr. Jeannette van Laak besuchen.

> Seminarankündigung (Univ. Halle-Wittenberg)

> Zur Projekt-Website Geschichtsbewusst!


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! Pilotaktion +++++

Online-Exkursion „Lernen an und mit außerschulischen Lernorten“

Berlin, 8. März 2021 Lehramtsstudierende der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erkundeten vom 2.-4. März in einer dreitägigen online-Exkursion die Ausstellungen und Bildungsangebote von drei außerschulischen Lernorten zur SED- und doppelten Diktaturgeschichte. Virtuell besuchten sie die Villa ten Hompel in Münster sowie das Stasi-Unterlagen-Archiv und die Erinnerungstätte Notaufnahmelager Marienfelde in Berlin.

Ziel der Exkursion unter Leitung von Professorin Saskia Handro war es, zukünftigen Geschichtslehrkräften den Wert der außerschulischen Lernorte für die Vermittlung der deutsch-deutschen Geschichte nahezubringen und ihre Kompetenzen dahingehend zu entwickeln, solche Lernerfahrungen gewinnbringend in den Unterricht einzubinden.

Dabei hat diese Exkursion Modellcharakter: Konzipiert im Rahmen des Projekts “Geschichtsbewusst! Neue Lernkonzepte für Geschichts- und Demokratievermittlung” streben die beteiligten Partnerinstitutionen ein neues, gemeinsames Lehr- und Bildungsformat für angehende Lehrkräfte an. Dieses soll zum einen die Spezifika der jeweiligen Erinnerungsorte erkennbar machen und zum anderen den lernenden Austausch mit der Zielgruppe fördern, um die pädagogischen Angebote noch besser auf deren Bedarfe auszurichten. 

Diesem Ziel folgend begann die Exkursion mit einer theoriegeleiteten Annäherung an die Funktionen von historischen Lernorten, kollektiven Erinnerungsorten und Gedenkstätten und führte in archiv- und gedenkstättenpädagogische Ansätze ein. MEHR ZEIGEN
Diesem Ziel folgend begann die Exkursion mit einer theoriegeleiteten Annäherung an die Funktionen von historischen Lernorten, kollektiven Erinnerungsorten und Gedenkstätten und führte in archiv- und gedenkstättenpädagogische Ansätze ein. In digitalen Führungen vor Ort lernten die Studierenden die Ausstellungen, die zentralen Quellengrundlagen und die jeweiligen Vermittlungsziele kennen. Gemeinsam mit Peter Römer (Villa ten Hompel), Dr. Bettina Effner (Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde) und Dr. Axel Janowitz (Stasi-Unterlagen-Archiv) erschlossen sie sich vorrangig über biographische Zugänge die Themen dieser Orte: den Schutz der Menschenrechte, die Erfahrung von Repression und Flucht. Und sie reflektierten die Entstehung und Entwicklung des jeweiligen Erinnerungsorts, den aktuellen Kontext, die (Multi-)Perspektivität und Aufbereitung seiner Geschichte, die Potentiale des biographischen Zugangs sowie ihre eigene Rolle als Lehrkraft.

Das Projekt „Geschichtsbewusst! Innovative Lernkonzepte für Geschichts- und Demokratievermittlung“ wird gefördert von Das digitale Format stellte eine Herausforderung und Chance zugleich dar. Zwei der drei beteiligten außerschulischen Lernorte konnte hier erstmals online-Führungen erproben und Feedback einholen: Zwar würden die Grenzen der virtuellen Geschichtsvermittlung am “authentischen Ort“ sichtbar, auch hinsichtlich des informellen Austauschs und der besonderen gruppendynamischen Prozesse vor Ort. Jedoch könnten online-Veranstaltungen zukünftig eine große Bereicherung in Ergänzung zu Gedenkstättenbesuchen darstellen – beispielsweise um die Nachbereitung in der Schule zu ergänzen.

Die Erfahrungen der Exkursion werden im kommenden Expert:innen-Workshop des Projekts “Geschichtsbewusst!” diskutiert und das Format im Rahmen des Pilotteams weiterentwickelt. Eine weitere Exkursion ist für das Wintersemester 2021 geplant – vor Ort, digital, oder in einer geeigneten Kombination.

Das Projekt „Geschichtsbewusst!“ bringt Expert*innen der universitären und unterrichtspraktischen Lehrkräfteausbildung, der Schulpraxis, der Archiv- und Gedenkstättenpädagogik sowie der politischen Bildung in einem Multi-Stakeholder-Prozess zusammen. Gemeinsam identifizieren sie Herausforderungen, erarbeiten Lösungsansätze und erproben diese in Pilotaktionen. Ziel ist es, angehende Lehrkräfte in der Vermittlung der deutschen Teilungsund Einheitsgeschichte zu stärken. Das Projekt wird vom Bund für Bildung e.V. geleitet und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

> Vollständiger Bericht zum Download

> Flyer und Programm der Exkursion

> Exkursionsbericht (seitens der Villa ten Hompel, Münster)

> Zur Projekt-Website Geschichtsbewusst!


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! In der Praxis +++++

Schule am Roten Berg in Erfurt erforscht Geschichte!

© Graphic-recording-Protokoll von Sandra Bach „Sandruschka“

In der mehrwöchigen Aktion „Frag doch mal nach!“ erforschen Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule am Roten Berg in Erfurt im regulären Unterricht, mittels Zeitzeugengesprächen, Filmen, Ausstellung und Theaterprojekt das Leben in Ost und West. Den Auftakt bildete das Gespräch mit Ministerpräsident Bodo Ramelow am 11. September 2020, dokumentiert im graphic-recording-Protokoll von Sandra Bach. Die Schule ist durch ihren Rektor Falko Stolp im Projekt Geschichtsbewusst! vertreten und aktives Mitglied in der Pilotaktion #fragdochmalnach: Unter diesem Motto führt Dr. Jeannette van Laak, Universität Halle-Wittenberg, im Wintersemester 2020/21 ein Geschichtsseminar für Lehramtsstudierende durch. Ihr gemeinsam erarbeitetes Vermittlungswissen können die Studierenden sodann mit den Schülerinnen und Schülern am Roten Berg erproben. Diese sind gut vorbereitet!

> Schule am Roten Berg


+++++ Projekt Geschichtsbewusst! Auftaktworkshop +++++

Teilnehmende entwickeln neue Ideen zur Vermittlung der deutsch-deutschen Geschichte in der Sekundarstufe I

Berlin, 11. Juni 2020 Diese Woche fand die letzte Sitzung des Auftaktworkshops für das Vorhaben „Geschichtsbewusst! Neue Lernkonzepte für Geschichts- und Demokratievermittlung“ in Form eines online-Workshops statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten Ideen zu geeigneten Formaten und Formen der Lehrkräftebildung im Bereich der deutsch-deutschen Geschichte. Dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtsdidaktik, der Lehrerausbildung, der Schul- und Unterrichtspraxis sowie der politischen Bildung und der Gedenkstätten- und Archivpädagogik. Die entwickelten Formate antworten auf gemeinsam identifizierte Herausforderungen der Vermittlung der deutsch-deutschen Geschichte im Unterricht der Sekundarstufe I. Sie werden in den kommenden Monaten mit Studierenden erprobt und die Erfahrungen in einem weiteren Workshop im November ausgewertet. Die Ergebnisse sollen Lehrenden sowie angehenden Lehrkräften zur Verfügung gestellt werden.

Der Workshop-Bericht erscheint hier in den kommenden Tagen.

Gefördert von: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

> Zum Projekt